Die Arbeitsphasen

Den Landesjugendchor gibt es eigentlich nur für zwei Wochen im Jahr, da die Mitgliederstruktur mit SchülerInnen und Studierenden aus dem ganzen Bundesland natürlich keine regelmäßige wöchentliche Probenarbeit zulässt. Wie ist es also möglich, dass die Mitglieder des Chores sich dem Ensemble und einander so verbunden fühlen, obwohl sie sich nur relativ selten treffen?

Alt und Bass im Dialog…

Auf unseren Arbeitsphasen in Trossingen (Pfingstferien) und Ochsenhausen (Herbstferien) arbeiten wir mit großer Intensität. In den Anfangstagen einer solchen Probenphase sind 6-7 h Probenzeit pro Tag keine Seltenheit. Aufgrund der konzentrierten Arbeit in der besonderen Atmosphäre der beiden Akademien entsteht immer ein großes Gemeinschaftsgefühl, dem sich auch die jeweils etwa 10-12 Neumitglieder schnell anschließen.

Ein zentraler Aspekt ist auch das gemeinschaftliche Einsingen jeden Morgen, bei dem unsere erfahrenen Stimmbildner immer eine halbe Stunde Körper und Stimmen fit machen. Im Verlauf der Proben erhalten die Jugendlichen zudem in der Regel zweimal pro Arbeitsphase für 30 Minuten Einzelstimmbildung. Die drei Stimmbildner sitzen jeden Abend mit dem jeweiligen Dirigenten und dem organisatorischen Leiter zusammen und besprechen, welche Entwicklungen es bei den einzelnen Jugendlichen gibt. So erhalten die Chormitglieder durch die individuelle Betreuung oft wertvolle Impulse für ihre stimmliche und persönliche Entwicklung.

Chorisches Einsingen mit Cornelia Karle

Außerhalb der Proben wird oft Fußball gespielt, oder es bilden sich kleine Instrumental- und Vokalensembles heraus – auch Tanzkurse, Musiktheoriekurse oder Pilates-Workshops hat es schon gegeben… Höhepunkt jeder Arbeitsphase ist aber der Bunte Abend, bei dem der gesamte Chor in möglichst alberner und kreativer Verkleidung erscheint. Passend zu einem bestimmten Motto und/oder zu Textzeilen aus gesungenen Werken ist der Raum liebevoll dekoriert, unterschiedlichste Beiträge kommen zur Aufführung, der Dirigent wird mit vielen seiner Eigenheiten und Sprüche konfrontiert – und am Ende tanzen alle gemeinsam…

Bunter Abend auf der Pfingstphase 2018

Die abschließenden Konzerte lassen jedes Mal wieder neu das Gefühl entstehen, dass ein Chor mehr ist als die Summe seiner Mitglieder. Berühmt-berüchtigt ist das „LJC-Loch“, das in den Tagen nach einer Arbeitsphase die ChoristInnen ergreift. Die beste Therapie dagegen ist, zu versuchen, die musikalischen und menschlichen Höhenflüge der LJC-Arbeit in den Alltag zu übertragen – und sich auf die nächste Arbeitsphase zu freuen…

Französische a cappella-Werke des 20. Jahrhunderts in Waldachtal